Zur Containerunterbingung Gabelstraße

Der Versuch einen Missstand schön zu reden

Jetzt ist der erste Bauabschnitt des Flüchtlings Container Standort Gabelstraße fertiggestellt und bezugsfertig. In einer Bürgerversammlung unterrichtete die Verwaltung die AnwohnerInnen über das angedachte Projekt und stellte sich deren Fragen.

Dass Woche für Woche Flüchtlinge in nicht geringer Anzahl Oberhausen erreichen, wird  seit Monaten von den Zuständigen Stellen gebetsmühlenartig wiederholt. Aber trotz dieser Erkenntnis haben die Verantwortlichen der  Stadt Oberhausen es bis heute nicht geschafft  ein Konzept zur Flüchtlingsunterbringung zu erstellen. Ein  Konzept das Grundsätze der Flüchtlingsunterbringung und Betreuung regelt. Vielmehr laufen zuständige Stellen immer nur den eingetretenen Entwicklungen hinterher.

Jetzt werden wieder Container-Lager aus dem Boden gestampft, um den momentanen Unterbringungsnotstand zu bewältigen. Solide gebaute Unterkünfte, die dauerhafter und vielseitiger zu nutzen wären, sind nicht geplant. Dabei böte der Abriss des Männerwohnheims auf der Weierheide die Möglichkeit einen Neubau mit Zukunftsperspektive zu realisieren. Die Unterbringung in Container  ist ein Provisorium. Das Leben in einem Provisorium ist schwierig und schadet häufig den Untergebrachten.

Ehrenamtliches Engagement von Bürgern und karikativen Organisationen ist zu begrüßen. Ehrenamtliches Engagement kann aber nie notwendige professionelle  Hilfe durch TherapeutInnen, PädagogInnen und SozialarbeiterInnen ersetzen.
2,5 SozialpädagogInnen-Stellen sind für die Betreuung von mehr als 800 Flüchtlinge eingerichtet worden. Demnach soll einE SozialpädagogIn mit Vollzeitstelle mehr als 300 Flüchtlinge betreuen.

Um die Verwaltung des Mangels zu beenden benötigen Kommunen ausreichende Finanzmittel und zuständige Stellen die sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Bürgerschaftliches Engagement sollte auch Missstände aufzeigen, Zustände kritisieren und notwendige Finanzmittel für eine menschenwürdige Flüchtlingsunterbringung fordern.

Bürgerliches Engagement muss zum Protest gegen die menschenverachtende Flüchtlingspolitik werden, gepaart mit klaren Forderungen zu Standards der Flüchtlingsunterbringung, Flüchtlingsbetreuung, Gesundheitsversorgung und Arbeitsrecht. 

Finanzmittel stehen zur Verfügung wenn die in Deutschland tätigen Konzerne ihre Unternehmensgewinne in Deutschland und nicht  in Luxemburg versteuern.