DIE LINKE.LISTE bedauert Vergabe der Stadthalle an SMG

Privater Betreiber mit nur halbgarer Lösung

 Die Entscheidung des Rates, den Betrieb der Luise-Albertz-Halle an SMG zu vergeben, bedauert DIE LINKE.LISTE. Ratsmitglied Martin Goeke, der die Kritik auch am Montag im Rat zur Sprache brachte, erklärt: „Die Luise-Albertz-Halle (LHA) braucht einen Neustart, ohne Frage. Wie so häufig, wenn die Herausforderungen groß sind, wird der Ruf nach den Privaten groß. Doch die Gefahr ist groß, dass sich die präsentierte kostengünstigste Lösung später als Billig-Lösung herausstellen könnte. Denn erstens lässt SMG ein überzeugendes Konzept zur Neuausrichtung vermissen. Vielmehr wird der Status Quo fortgeschrieben und Veranstaltungen, die zu klein für die König-Pilsener-Arena sind, sollen zukünftig in die LHA abgeschoben werden. Auch die personelle und finanzielle Ausstattung ist eine Schmalspurlösung. Betrieben werden soll die LHA mit Mitarbeitern aus der König-Pilsener-Arena heraus. Für Modernisierungen wird nur ein Kleckerbetrag investiert, mit dem die LHA keineswegs zukunftsfähig gemacht werden kann. Dass eine große Holding mit Sitz in den USA im Hintergrund die Strippen zieht, dürfte zukünftige Verhandlungen nicht leichter machen.“

 DIE LINKE.LISTE plädierte dafür den Betrieb der Halle in städtischer Hand zu behalten. Goeke weiter: „Wir sind davon überzeugt, dass Oberhausen es selbst kann! Mit einem erfahrenen Geschäftsführer oder Geschäftsführerin hätte der Veranstaltungsbetrieb neu ausgerichtet und weiterentwickelt werden und trotzdem den Mix beibehalten können, mit dem die LHA zur „Guten Stube“ Oberhausens wurde. Ein geschulter Geschäftsführer, der einzig für die LHA hauptamtlich zuständig ist, würde die Werbung und das Marketing mindestens so gut hinbekommen, wie die halbgare Lösung mit der SMG.

Diese Lösung hätte nach Rechnung der Verwaltung der Stadt zunächst zwar mehr gekostet, aber das sollte uns unsere Stadthalle – so wie den anderen Städten in der Region auch – wert sein.“

 Mittelfristig möchte DIE LINKE.LISTE auch den Gastronomiebetrieb in die Hände der Stadt zurückholen, da Mehrgewinne wie in jedem Kulturbetrieb über die Bewirtung erwirtschaftet werden. Über Mischkalkulationen lassen sich so auch für kleine Vereine und Institutionen günstige Mietkosten verhandeln, die über den Getränkeverkauf und Catering trotzdem kostendeckend durchgeführt werden können.