DIE LINKE.LISTE: Hartz IV Beziehende nicht stigmatisieren

In einem WAZ-Artikel vom 06. November wird der Ex-Weltmeister Willi Wülbeck bei einer Wohnungsbegehung begleitet.  Während des Gesprächs Wohnungen zählt Wülbeck Schäden auf, die auch im Artikel dokumentiert werden. Leider legt der Artikel den Schluss nahe, dass es generell unsicher sei, Wohnungen an Bezieherinnen und Bezieher von Transfer-Leistungen zu vermieten und dass diese dazu neigten, ihre Wohnungen verfallen zu lassen oder nicht ordnungsgemäß zu übergeben.

Hierzu erklärt Jörg Pusch, sozialpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE.LISTE Oberhausen: „Ich verstehe das Problem und auch die Kritik von Herrn Wülbeck. Sicher ist es sehr ärgerlich, Geld zu verlieren, weil Wohnraum nicht gepflegt oder zerstört wird. Ein solches Verhalten steht aber absolut nicht in direkter Verbindung mit dem Bezug von Hartz IV. Leider wirkt der Artikel insgesamt stigmatisierend. Es ist eine absolut unhaltbare Behauptung, dass eine sog. ‚Hartz IV-Miete‘ generell nicht sicher sei, da diese dann nicht von den Beziehenden überwiesen würde. Gleiches gilt für den Zustand der Wohnung. Es ist absolut unzulässig, von Einzelfällen auf die Allgemeinheit zu schließen. Ich frage mich, was mit diesen Aussagen bezweckt werden soll. Sollen es Hartz IV-Beziehende in Zukunft in unserer Stadt noch schwerer haben, günstigen und einigermaßen vernünftigen Wohnraum zu bekommen? Was wir brauchen, ist eine sinnvolle Alternative zum Hartz IV-Regime mit einer sanktionsfreien Grundsicherung sowie mehr Sozialwohnungen in unserer Stadt.“

(Kalscheur, A.: „Mieter-Ärger: Zahlen, um die eigene Wohnung zurückzubekommen“, WAZ, 06.11.2018, https://www.waz.de/staedte/duisburg/mieter-aerger-zahlen-um-die-eigene-wohnung-zurueckzubekommen-id215732787.html)