DIE LINKE.LISTE: Kritische Friedenserziehung statt Bundeswehr an Schulen

An einem „Berufsbazar“ hatte heute auch die Bundeswehr Gelegenheit für sich als Arbeitgeber an der Heinrich-Böll-Gesamtschule zu werben. Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen e.V. (DFG-VK) und DIE LINKE.LISTE Oberhausen haben diese Veranstaltung zum Anlass genommen, um vor dem Schulgelände mit Informationsmaterial darauf aufmerksam zu machen, dass die Bundeswehr eben keine gewöhnliche Arbeitgeberin ist.

„Berufssoldat*innen riskieren ihr Leben für geostrategische Interessen. Junge Menschen müssen sich auf Auslandseinsätze bei harten finanziellen Sanktionen im Fall von Vertragsausstieg einlassen. Heimkehrer leiden häufig an Traumata. Egal welcher Berufsabschluss angestrebt wird, eine Grundausbildung an der Waffe, also zum Töten, gehört dazu. Das allein unterscheidet die Bundeswehr bereits von gewöhnlichen Berufen.

Darüber hinaus widerspricht die Werbung des Militärs an Schulen anerkannten fachlichen Prinzipien politischer Bildung. Bereits in den 70er Jahren wurde der Beutelsbacher Konsens verabschiedet. Dessen didaktische Leitprinzipien beruhen darauf, auf Indoktrination an Schulen zu verzichten. Im Unterricht sollten kontroverse Positionen in Wissenschaft und Politik fair und gleich von Lehrer*innen behandelt werden. Junge Menschen müssen die Chance haben, sich kritisch mit Krieg, Bundeswehreinsätzen und den so genannten deutschen Interessen auseinanderzusetzen statt der Propaganda geschulter Rekrutierer ausgesetzt zu werden.“, begründet David Driever, schulpolitischer Sprecher der Ratsfraktion DIE LINKE.LISTE, die Aufklärungsaktion vor dem Schulgelände.

Bereits im April hat sich die Schulkonferenz der Fasia-Jansen-Gesamtschule dafür ausgesprochen der Bundeswehr keinen Raum für die Rekrutierung junger Menschen bieten zu wollen. DIE LINKE.LISTE würde es begrüßen, wenn sich weitere Schulen dieser Praxis anschließen und damit einen Schwerpunkt auf kritische Friedenserziehung legen würden.