Hausbrand Europahaus: Stadt versagt bei Krisenmanagement

Nach dem Wohnungsbrand im Europahaus auf der Langemarkstraße mussten 14 Mietparteien bis auf weiteres evakuiert werden. Wann die Wohnungen wieder bezogen werden können, ist bisher unklar. Mieter*innen konnten am Wochenende nur einige Habseligkeiten aus ihren Wohnungen holen.

Mindestens zehn Personen, darunter eine Familie mit Kindern, standen danach buchstäblich auf der Straße. Als zwei Mieter des Hauses und der neue Hausmeister schließlich am Samstag die Polizei zu Rate zogen, damit der Notdienst des Ordnungsamtes verständigt würde, wurden sie von diesem mit dem  Hinweis abgespeist, dass es kaum Notunterkünfte gäbe und es viele Stunden dauern würde, bis sie bezogen werden könnten. Den betroffenen Mieter*innen blieb nichts anderes übrig, als das Europahaus zu verlassen, ihr weiterer Verbleib ist unbekannt.

„Dass die ZBVV am Samstag nicht zu erreichen war, obwohl klar war, dass Menschen auf der Straße stehen, wundert wohl kaum noch jemanden. Es ist trotzdem eine Riesensauerei.

Lediglich eine Person wurde bereits in der Nacht zuvor in einer städtischen Notunterkunft, anschließend über das Wochenende in einem Hotel und nun für eine Woche in einer Pension auf Kosten der ZBVV unterbracht. Es ist unverständlich für unsere Fraktion, warum das Ordnungsamt nicht umgehend reagiert und alle Mieter*innen mit Bedarf versorgt hat. Wir wollen wissen, ob es sich um ein Missverständnis handelt, der offensichtliche Bedarf nicht erkannt wurde oder es ein Problem mit den Notunterkünften gibt, auf dass reagiert werden muss. Hier hat das Krisenmanagement am Samstag erstmal komplett versagt.

Die Stadt und vor allem die ZBVV müssen umgehend Lösungen für die betroffenen Mieter*innen finden und ihnen kostenlose und adäquate Ersatzwohnungen zur Verfügung stellen. Auch das durch den Brand in Mitleidenschaft bezogene Heizungssystem muss umgehend repariert werden. Aktuell sind mehrere Mieter*innen gezwungen zu frieren. Dies ist absolut inakzeptabel.“, fordert Yusuf Karacelik, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE.LISTE.