LINKE.LISTE: Lebenslanges VRR- Ticket für Diesel-PKW unrealistisch

Die Grüne Ratsfraktion hat eine Abwrackprämie der speziellen Art vorgeschlagen: Oberhausener Eigentümer von Diesel-Autos der Schadstoffklassen Euro 1 bis 4 sollen kostenlos ein lebenslang gültiges Nahverkehrsticket fürs Oberhausener Stadtgebiet (Ticket 2000, Preisstufe A) erhalten, wenn sie ihren Wagen nachweislich verschrotten.

Völlig unrealistisch und eine falsche Herangehensweise, findet DIE LINKE.LISTE Oberhausen.

Hildegard Kirsten, Mitglied im Umwelt Umweltausschuss der Fraktion, verurteilt diesen Vorschlag und hat bereits im Umweltausschuss Stellung bezogen.

„Der Vorschlag eines lebenslangen VRR-Tickets für die Verschrottung eines Diesel-PKWs ist aus verschiedenen Gründen absolut undurchdacht. Einmal würde uns interessieren, wie dass nachgehalten werden soll, dass eine Person sich nicht einfach nach einer Zeit ein neues Diesel-Fahrzeug zulegt. Sollen das etwa die Behörden kontrollieren? Wenn es nicht kontrolliert wird, handelt sich um falsche Symbolpolitik und ist rausgeschmissenes Geld. Falls doch, sollen die Behörden dann den Bürgerinnen und Bürgern nachspionieren?

Außerdem würden diejenigen bevorzugt, die vielleicht seit vielen Jahren Diesel fahren. Wo bleiben die Anreize für Menschen, die sich ökologisch bewusst fortbewegen? Ich kann mir vorstellen, dass sich da viele Einwohnerinnen und Einwohner geradezu diskriminiert fühlen würden.

Darüber hinaus wäre es doch nicht die Aufgabe der Stadt, diese VRR-Tickets zu finanzieren. Wir sind vor allem auch in der Situation der hohen Schadstoffbelastung, weil die Automobilindustrie mithilfe krimineller Energie die Messwerte wissentlich manipuliert hat, um den Profit zu steigern. Es wäre die Aufgabe der Bundesregierung gewesen, diese kapitalistischen Konzerne zur Kasse zu bitten, stattdessen gab es unverbindliche Absprachen ohne jede Konsequenz.

Es muss dringend etwas passieren, um die Abgasbelastung in Oberhausen zu senken. Das Thema ist zu ernst, um halbgare Ideen heraus zu posaunen, die irreführend sind und sachlich nicht weiterhelfen.“,

erklärt die Kommunalpolitikerin, die DIE LINKE.LISTE auch in der Bezirksvertretung Alt-Oberhausen vertritt.