Lühr Koch: Ratsrede zum Parkraumbewirtschaftungskonzept

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Meine Damen und Herren,

 Der Antrag und die Begründung sprechen für sich.

Wichtig ist der LINKEN.LISTE, möglichst wenig Individualverkehr in der Stadt zu haben. Von mir aus können X Parkhäuser an der Peripherie eingerichtet werden, von denen aus der ÖPNV die Fahrgäste schnell und sicher ans Ziel bringt.

So ein Konzept, gemeinsam mit den Kreisen und Kommunen dieser Region ausgearbeitet und zum Fahren gebracht, würde den Menschen, der Natur und dem Klima helfen.

Mehr und mehr Berufspendler, die ein VRR-Abo besaßen, sind in den letzten Jahren wieder auf den eigenen PKW umgestiegen. Weil das ÖPNV-Angebot  immer schlechter und unzuverlässiger wurde!

Gezeigt hat sich, dass derartig Enttäuschte schwer wieder zurückgewonnen werden können. Aber aus den o.g. Gründen ist es doch zumindest den Versuch wert.

Also – schaffen sie gemeinsam mit den beteiligten Menschen ein zufriedenstellendes, grenzüberschreitendes ÖPNV-Angebot, das kostenfrei für die Nutzer ist. Alle wären‘s zufrieden.

Und zusätzlich für alle, die dann immer noch Probleme haben, ihre Arbeitsstelle zu erreichen – genau für die sollte es ein Angebot geben, bei dem auf Antrag kostenfreier Parkraum zugewiesen wird ...

Sie müssen doch wirklich zugeben. dass das, was laut Parkgebührenordnung jetzt zu zahlen ist, gerade für die Geringverdienenden eine spürbare Gehaltsminderung darstellt. Damit locken sie niemanden nach Oberhausen. Und weil der ÖPNV im gesamten VRR-Gebiet derart unattraktiv ist, wird auch niemand das Auto stehen lassen.

Oberhausen hätte die Chance, mit einem solchen Gesamtkonzept groß raus zu kommen. Sie würden sehen, den Besucherzahlen täte das keinen Abbruch..

Vielleicht hilft es ja, wenn ich schnell noch von einem Tagtraum erzähle:

Ich saß im Bus und träumte mich ins Jahr 2120. Ein Historiker setzte sich zu mir. Für‘s Studium ginge er der Frage nach, warum der Öffentliche Nahverkehr in den Jahren 1960 – 2050 seine Attraktivität nicht durchsetzen konnte?

Die Antwort sei ganz einfach, meinte er: anhand der Quellen habe er festgestellt, dass in dem Bereich, der damals Deutschland hieß, vorzugsweise Kraftfahrzeuge gebaut und verkauft wurden. Deshalb hätten sich Bund, Länder, Kreise und Kommunen ganz offensichtlich sehr früh darauf geeinigt, den ÖPNV in kleinen Schritten abzuschaffen. Über die Auswirkungen auf Mensch, Natur und Klima habe sich damals wohl niemand Gedanken gemacht.

Bis heute hätte dieser Mensch Recht. Geben sie sich einfach einen Ruck, stimmen sie für unseren Antrag, dann müsste der Traum neu erzählt werden.

 Herzlichen Dank!