Mahnmal Ruhrpark: Für ein würdiges Gedenken ohne Nationalismus

Aus der Berichterstattung über das unsägliche Heldengedenken einiger unbelehrbarer Neonazis wurde innerhalb von zwei Tagen eine Kulturdebatte zur Frage von Mahnmalen.

Auch wenn es eine Selbstverständlichkeit ist, begrüßen wir die deutlichen Worte, mit denen sich sowohl der Bürgerring als auch Hartmut Schmidt von dem „Heldengedenken“ einer Neonazi-Splitterpartei distanzieren.

 

Lühr Koch, Stadtverordneter für DIE LINKE.LISTE, erklärt zur laufenden Diskussion:

„Es ist uns klar, dass die Gedenkkultur der fünfziger Jahre, als das Denkmal entstanden ist, eine andere war. So friedlich, wie Peter Klunk es darstellt, war es allerdings keinesfalls. An fast allen wichtigen Schaltstellen saßen wieder dieselben für Krieg und Völkermord mitverantwortlichen Nazis.  Die ‚verlorenen Ostgebiete’ zurückzuholen war Staatsräson bis in die späten 60er. Die Wiederbewaffnung brachte dann viele Menschen auf die Straße, entsprechende repressive Gesetze sollten für Grabesruhe sorgen. Wer dann für den Frieden auf die Straße ging, erhielt Berufsverbot und wurde als Kommunist*in eingesperrt.

Heute wird zu Recht von vielen Menschen anders auf die Gedenkkultur geblickt. Aus diesem Grund haben sowohl Jusos als auch DIE LINKE.LISTE die Frage aufgeworfen, ob es nicht sinnvoller ist, solche nationalistisch aufgeladenen Mahnmale inklusive eisernem Kreuz abzureißen oder zu verändern. Im Fall einer Umgestaltung sollte auf die Sinnlosigkeit aller Kriege hingewiesen werden und der dabei Getöteten gedacht werden können. Dies würde auch verhindern, dass Nazi-Banden sich davor versammeln.

Eine Diskussion darüber halten wir für sinnvoll und möchten alle Interessierten einladen, mit uns ins Gespräch zu kommen. Als Ort sehr geeignet wäre dafür ganz sicher die Gedenkhalle Oberhausen. Und es könnte eine denkbare Ergänzung der aktuellen Wechselausstellung ‚Risse im Stein – Die Trauernde und das Gedenken in Oberhausen‘ sein.“