Newroz Fest auf dem Altmarkt: Protest gegen Krieg und Besetzung

Rund 150 überwiegend kurdisch-stämmige Oberhausener Bürgerinnen und Bürger kamen gestern auf dem Altmarkt zusammen, um das Neujahrsfest Newroz zu feiern, dass vor allem für die kurdische Bevölkerung im Mittleren Osten wie in der Diaspora Ausdruck des Widerstandes gegen Unterdrückung und Fremdbestimmung ist. DIE LINKE. Oberhausen hatte zu dem Fest eingeladen, um ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen im nordsyrischen Afrin zu setzen, die seit dem 18. März von türkischen Truppen besetzt sind oder sich auf der Flucht befinden.

Jens Carstensen, Sprecher der Partei DIE LINKE. Oberhausen erklärt hierzu: „ Wir verurteilen das andauernde Schweigen der Bundesregierung zu den von türkischen Truppen und dschihadistischen Söldnern begangenen Kriegsverbrechen. Unsere Solidarität gilt den Menschen in der Region, die unter widrigsten Bedingungen und der täglichen Bedrohung von Leib und Leben eine basisdemokratische, multiethnische Gesellschaft errichten.“ 

Zozan Gül, Sprecherin des Rojava Solidaritätskomitees betonte in ihrer Rede auf dem Fest, dass die Solidarität mit Afrin und der gesamten Region auch von Oberhausen weitergeführt wird.

„Afrin gehört nicht den Besatzern, nicht dem türkischen Regime. Sie haben im Moment vielleicht militärisch gewonnen, politisch aber haben sie verloren. Die zweitgrößte NATO-Armee hat zwei Monate benötigt, um die Stadt einzunehmen. Dies ist dem entschlossenen Widerstandes der Bevölkerung, die ihr Afrin nicht aufgeben wollten, zu verdanken. Es ist eine Schande für Europa und die Herrschenden in der Welt, dass es so gekommen ist. Unsere humanitäre und politische Solidaritätsarbeit werden wir weiterführen.“

Das Fest verlief in guter Atmosphäre und ausgelassener Stimmung. Trotz des anhaltenden Krieges wurde stundenlang um das traditionelle Newroz Feuer zu kurdischer Musik getanzt.