Sozialwohnungen statt exklusive Millionenbauten in der Innenstadt

Am Altmarkt werden seit rund einem halben Jahr in vier neuen Wohngebäuden 32 Wohnungen gebaut. Diese sind zwischen 58 und 78 qm große und verfügen laut Berichten über Balkone und Fußbodenheizung. Preislich liegen die Wohnungen mit über neun Euro über dem Oberhausener Mietspiegel. Dieser sieht für Gebäude,  die  nach  2000  errichtet  wurden,  liegt  in  mittleren  Wohnlagen  je  nach  Baujahr, Größe und Ausstattung 7,25€/m² bis 8,95€/m² vor.

„Derartige Bauvorhaben bedienen nur einen kleinen Teil der Oberhausener Bevölkerung, während die Mehrheit in die Röhre guckt.“, kritisiert Yusuf Karacelik, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE.LISTE, das von den Stadtoberen viel gelobte Bauprojekt.

„Was gebraucht wird, ist sozialer Wohnungsbau für Menschen mit geringem Einkommen. Und auch diese haben ein Recht auf zentrales Wohnen mit Nahversorgung durch Einkaufsläden, Arztpraxen und ähnlichem. Wenn nun bereits weitere Eigentümer laut darüber nachdenken, ihre Häuser an der Marktstraße und Umgebung für ähnlich teuren Wohnraum abzureissen, bedeutet das die schrittweise Verdrängung der armen Bevölkerung aus der City. Das ist kein Grund zum Feiern oder sich in Sparkassenmanier als Investor auf die Schulter zu klopfen und gleichzeitig auf die Rendite zu freuen.

Seit Jahr und Tag zeigen wir auf, das der sog. ‚freie Markt‘ gar nicht willens ist, den Bedarf der gesamten Bevölkerung auf guten und bezahlbaren Wohnraum zu decken.

Die Erhaltung und Schaffung bezahlbaren Wohnraums für alle Bürger*innen ist und bleibt eine zentrale Aufgabe der Kommunalpolitik.

Unsere Fraktion streitet daher weiterhin für die Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft, die demokratisch kontrolliert wird und sich am Bedarf der breiten Bevölkerung orientiert statt dem Profit einiger Weniger. Ein entsprechender Antrag ist bereits in Planung.“, so Karacelik abschließend.