Statt Benimmcamps - Soziale Lage der Azubis verbessern

„Über 25 Prozent der Ausbildungen werden abgebrochen und noch immer sind 1000 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz in Oberhausen, doch der Arbeitsagentur fällt nichts Besseres ein, als ein sogenanntes ‚Benimmcamp‘ für Jugendliche zu initiieren“, wundert sich der Oberhausener Bundestagsabgeordnete der Partei DIE LINKE Niema Movassat.

Nach Movassat haben Jugendliche und junge Erwachsene mit ganz anderen Problemen auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen: „Wenn so viele junge Menschen ihre Ausbildung abbrechen oder erst gar keine Lehrstelle finden, dann besteht akuter Handlungsbedarf. Wir brauchen schleunigst eine für alle geltende Mindestausbildungsvergütung und ein elternunabhängiges Mindestausbildungsgeld für anerkannte Schulberufe, mehr Ausbildungsqualität und mehr Rechtssicherheit für die Auszubildenden.

Wir wollen eine solidarische Umlagefinanzierung, die alle Betriebe in die Pflicht nimmt, damit ausreichend duale und qualitativ hochwertige Ausbildungsplätze geschaffen werden. Daran müssen sich alle Unternehmen beteiligen und richtige Anreize schaffen. Fachkräfte brauchen sie alle. Noch zu wenige Unternehmen, die ausbilden, lassen sich auf Jugendliche mit schlechteren Startchancen ein und verbauen sich damit ihren potenziellen Fachkräftenachwuchs.

Diejenigen, die ein Benimmcamp brauchen, sind jene Firmenchefs, die ihrer gesellschaftlichen Aufgabe nach Ausbildung nicht nachkommen, um ihnen beizubringen, was Verantwortung und Investition in die Zukunft unserer Jugendlichen heißt“, so Movassat abschließend.