Zukunftsfähige Krankenhausversorgung sicherstellen!

Unlängst ist die Diskussion über mögliche Schließungen von Krankenhausstandorten und die damit verbundene Gesundheitsversorgung durch die Insolvenz der Katholischen Klinken auch in Oberhausen angekommen. Die veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung befeuert die Diskussion ebenfalls, gibt aus Sicht der Partei DIE LINKE keine zielführenden Empfehlungen ab. Hierzu kommentiert Jens Carstensen, Kreissprecher der Partei DIE LINKE in Oberhausen:

„Wer meint, man könne einfach kleinere Krankenhäuser schließen, um die Versorgung zu verbessern, irrt gewaltig. Wir brauchen im Gegenteil eine Umstrukturierung kleinerer Kliniken in poliklinische Versorgungszentren, die aus einer Hand ambulante, stationäre und Notfallleistungen anbieten. Denn wo kleine Krankenhäuser ums Überleben kämpfen, bricht zugleich die ambulante Versorgung weg. Wer das nicht zusammen denkt, hat nicht in erster Linie die Versorgung der Patientinnen und Patienten im Blick.“

Carstensen ergänzt: „Richtig ist: Nicht nur die Erreichbarkeit, sondern auch die Behandlungsqualität ist entscheidend für eine gute Versorgung. Richtig ist auch, dass große Krankenhäuser für besondere, planbare Behandlungen besser geeignet sind. Kliniken müssen sich dafür mehr spezialisieren und mehr kooperieren. Doch wenn Kliniken so unter ökonomischen Druck gesetzt werden, dass viele in den roten Zahlen sind, gefährdet das die Versorgung der Bevölkerung. Der Klinikwettbewerb muss beendet werden, sonst werden die Patientinnen und Patienten immer nur Mittel zum Geldverdienen sein.“

Zu möglichen Schließungen von Krankenhäusern der Katholischen Kliniken erläutert Carstensen weiter: „Natürlich leiden auch die KKO unter der Kommerzialisierung durch die Fallpauschalen und an der Unterfinanzierung der Investitionskosten durch das Land NRW, aber das Bistum Essen als christliche Einrichtung darf sich nicht am betriebswirtschaftlichen Credo orientieren und nur auf lukrative Krankenhausbehandlungen schielen, während sie defizitäre meidet und an Ausgaben und Personal spart. Kirchliche Einrichtungen haben zwar kein Monopol auf Krankenhausversorgung, eine mögliche Übernahme durch die private Helios-Gruppe - wie in Duisburg geschehen – lehnen wir ab.“

Neben dem Bistum Essen sieht Carstensen aber auch die Stadtverwaltung und Land in der Pflicht. Carstensen abschließend: „Erstaunlich, dass man bei allen Diskussionen und Szenarien über mögliche Krankenhausschließungen so rein gar nichts von Seiten der Verwaltung hört. Die Verantwortlichen für die kommunale Gesundheitsversorgung dürfen sich bei einem solchen Thema, dass alle Oberhausenerinnen und Oberhausener bewegt, nicht einfach wegducken, sondern müssen ihrerseits erklären, wie sie die flächendeckende ambulante und stationäre medizinische Versorgung aufrecht erhalten wollen: Insbesondere was die Gewährleistung der Versorgungssicherheit bei Geburtshilfe, Kinder- und Frauenheilkunde betrifft. Zumindest erwarte ich, dass Druck auf die Landesregierung ausgeübt wird, damit die ihrer Verantwortung gerecht wird und eine zukunftsfähige Krankenhausversorgung sichert. Dazu muss der Krankenhausplan des Landes schleunigst und grundlegend überarbeitet werden.“