Gedenken an die Märzgefallenen 1920
Am Freitag, den 20. März 2026, erinnerten wir als Fraktion gemeinsam mit dem Paroli e.V. auf dem Westfriedhof den Oberhausener Märzgefallenen, die 1920 im Zuge des Kapp-Putsches ums Leben kamen.
Kapp-Putsch und Generalstreik
Am 13. März 1920 putschten reaktionäre, präfaschistische Freikorps unter der Führung des Verwaltungsbeamten Wolfgang Kapp und des Infanterie-Generals Walther Freiherr von Lüttwitz gegen die demokratisch gewählte Regierung der Weimarer Republik. Die Regierung floh und rief zum Generalstreik auf, an welchem sich 14 Millionen Arbeiter beteiligten. Er gilt als einer der größten Streiks jemals. Als Folge des entschlossenen Handelns der deutschen Arbeiterklasse scheiterte der Putsch bereits nach 4 Tagen.
Rote Ruhr Armee
Im Ruhrgebiet organisierten sich die Arbeiter in kürzester Zeit selbst und übernahmen vielerorts die Kontrolle über das öffentliche Leben. Dabei wurden reaktionäre Militärs vertrieben und weitergehende politische Forderungen, allen voran die Sozialisierung der Industriebetriebe, laut. Die Rote Ruhr Armee, die sich vor allem aus kriegserfahrenen Bergleuten zusammensetzte, zählte schlussendlich zwischen 50.000 – 100.000 Kämpfern. Sie kämpften auch für die Erhaltung ihrer Rechte als Arbeiter, wie den kurz zuvor durchgesetzten 8-Stunden-Tag.
Bielefelder Abkommen und Weißer Terror
Am 24. März 1920 wurde in Bielefeld ein Abkommen zwischen Arbeiter- und Regierungsvertretern verabschiedet, welches zur Spaltung der Bewegung im Ruhrgebiet führte. Einige Tage später wurden Reichswehr und Freikorps ins Ruhrgebiet entsandt, um die sogenannte öffentliche Ordnung wiederherzustellen. Dabei wurden tausende Arbeiter und Angehörige unter Verhängung des Kriegsrechts brutal ermordet. Die genaue Zahl der Toten konnte nie ermittelt werden.
Auf dem Oberhausener Westfriedhof werden Ostern 1920 in einem Gemeinschaftsgrab 22 Gefallene beigesetzt. Über dem Grab wird auf Beschluss des Stadtrates ein Gedenkstein angebracht, dessen feierliche Einweihung jedoch untersagt wird. In der Zeit des deutschen Faschismus wird der Stein zerstört. 1946 wird er nach Originalvorlage wiederhergestellt und dient seitdem als Erinnerungsort, den jährlich viele Menschen besuchen.

