DIE LINKE.LISTE Oberhausen kritisiert Preiserhöhungen im VRR

Landesregierung muss Finanzierung des Sozialtickets ohne weitere Preiserhöhungen sicherstellen

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr plant zum 1. Januar 2018 erneut die Preise für alle Fahrgäste anzuheben.

Bereits zum 1. Oktober betroffen sind die Abonnentinnen und Abonnenten des Sozialtickets „Mein Ticket“, dessen Preis auf 37,80 Euro erhöht werden soll. Dies entspricht einer Mehrausgabe von 5,85 Euro im Vergleich zum Vorjahr.

„Damit wird die Mobilität der ärmsten Bevölkerungsteile eingeschränkt und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben weiter erschwert. Treffen wird die Erhöhung vor allem die drastisch wachsende Zahl von ,Aufstockern‘, die einer Arbeit nachgehen und ein so geringes Einkommen erzielen, dass sie zusätzlich Hartz IV erhalten. Aus diesem Personenkreis setzt sich ein Großteil der Nutzerinnen und Nutzer des Sozialtickets zusammen und sie sind darauf angewiesen, um zur Arbeit zu kommen.“, erklärt Jörg Pusch, Mitglied im Sozialausschuss für DIE LINKE.LISTE Oberhausen.

Die zweitgrößte Preissteigerung von 3,7 Prozent beim „Bärenticket“ betrifft ebenfalls Menschen, die besonders auf Bus und Bahn angewiesen sind.

„Viele Rentnerinnen und Rentner beispielsweise, die nicht mehr gut Fahrrad oder Auto fahren können, müssen jetzt nochmal nachrechnen, ob sie sich ihr Ticket weiter leisten können. Dabei sollte es doch auch im Sinne der Umweltverträglichkeit von Mobilität das Ziel sein, mehr Menschen für den ÖPNV zu gewinnen. Aus diesem Grund werden wir im Sozialausschuss den Antrag stellen, dass der Rat der Stadt Oberhausen die neue Landesregierung auffordert, die Mobilität von finanziell Bedürftigen als Teil der sozialen Teilhabe anzuerkennen und die Finanzierung über die gesamte Legislaturperiode ohne weitere Verteuerungen sicherzustellen. Unsere Fraktion ist auch über das Sozial- und Bärenticket hinaus gegen jede Preisanhebung. Hier müssen andere Lösungen gefunden werden.“, führt Pusch weiter aus.

 DIE LINKE.LISTE Oberhausen tritt mittelfristig für ein Sozialticket ein, das nicht mehr als 15 Euro kosten darf und übertragbar sein sollte, damit es von mehreren Menschen genutzt werden kann.

Langfristig tritt DIE LINKE. dafür ein, den Nahverkehr für alle Fahrgäste komplett fahrscheinfrei zu halten. Die Kostendeckung von 35 bis 45 Prozent durch Fahrscheinverkäufe steht in keinem Verhältnis zu den Einbußen für Mensch und Umwelt, die durch die Bezahlschranke bei Bus und Bahn entstehen. Ganz zu schweigen von den Aufwendungen für Ticketverkauf, Kontrolle und Strafverfolgung von Schwarzfahrern.