Kobani darf nicht fallen - Solidarität mit Rojava!

Auszüge aus den Reden von Landessprecherin Özlem Demirel und Niema Movassat (MdB), gehalten auf der Solidaritätsveranstaltung Demonstration in Köln vom 4.10.2014

Seit über 3 Jahren herrscht in Syrien ein Bürgerkrieg. Dieser Krieg hat den Menschen viel Elend gebracht. 2,6 Millionen mussten in benachbarte Länder wie die Türkei, den Libanon, den Irak und Jemen fliehen. 9 Millionen sind in Syrien selbst auf der Flucht. Die westlichen Staaten haben diesen Bürgerkrieg befeuert. In der Hoffnung, den syrischen Diktator Baschar Al-Assad zu beseitigen, haben westliche Staaten, allen voran die USA, auch islamistische Gruppierungen unterstützt oder zumindest zugelassen, dass islamistische Gruppen wachsen konnten. Das Ergebnis dieser Politik liegt nun vor uns. Ein zerstörtes Land. Menschen auf der Flucht. Massaker und Verfolgungen der Terrororganisation Islamischer Staat, kurz IS, gegen alle, die sich ihnen widersetzen oder nicht in ihr Weltbild passen.

Die neueste dramatische Entwicklung ist der drohende Fall von Kobani. Kobani ist eine Stadt in Nordsyrien, Teil der Region Rojava, die unter kurdisch-autonomer Führung steht. Von drei Seiten greift der Islamische Staat die Stadt an. Es droht ein Massaker an der Bevölkerung.

Die Revolution von Rojava muss verteidigt werden! Denn Rojava (Westkurdistan) ist derzeit der einzige Bereich in der gesamten Region, in dem es tatsächlich eine demokratische Regierung gibt. Die Errungenschaften in Rojava waren  und sind ein positives Beispiel für die gesamte Region im Nahen Osten. In Rojava leben Menschen unterschiedlicher Nationalität und Religionszugehörigkeit in einer fortschrittlichen demokratischen Selbstverwaltungsstruktur.

Aber diese demokratischen Errungenschaften sind vielen ein Dorn im Auge! Deshalb schaut man tatenlos zu wie der IS tagtäglich auf Rojava marschiert. Deshalb verschließt die angebliche Koalition gegen den IS unter der Führung der USA die Augen vor den dortigen Geschehnissen. Deshalb öffnet Erdogan die Grenzen für die Terroristen der IS, nicht aber für die Freiheitskämpfer und Freiheitskämpferinnen gegen die IS-Terroristen.

Aber auch der Westen möchte nichts von der vorbildlichen autonomen Selbst­ver­wal­tungs­zone Rojava wissen. Das alles ist widerwärtige Kalkülpolitik, die nichts gemein hat mit den Interessen der dort lebenden Menschen.

Seit mehr als zwei Wochen leistet das Volk von Rojava, leistet die YPG nun Widerstand! Noch immer ist Rojava, noch immer ist Kobani nicht gefallen. Es sind die kurdischen Frauen und Männer, die trotz ihres unglaublichen Leids zur Waffe greifen und weiterhin für ihre Errungenschaften kämpfen. Sie kämpfen für die Menschlichkeit! Mit ihrem Widerstand zeigen sie der ganzen Welt, welch hoffnungsvolles Volk sie sind. Wir stehen soli­darisch an ihrer Seite.

Es lebe der Widerstand des Volkes von Rojava! Es lebe der Widerstand der YPG in Kobani!

 Hoch die internationale Solidarität!