DIE LINKE.LISTE Oberhausen kritisiert Decathlon-Pläne

Der Sportartikel-Discounter Decathlon plant auf dem ehemaligen Stahlwerksgelände gegenüber dem Centro ein Grundstück von 25.000 qm zu kaufen und eine Großfiliale mit 4500 qm Verkaufsfläche zu eröffnen.

Gegen dieses Vorhaben regte sich auf der Bürgerversammlung am vergangenen Dienstag Protest aus dem Einzelhandel sowie den Anwohnerinnen und Anwohnern. Zum einen könnte der Einzelhandel durch Einnahmeeinbußen Schaden erleiden, zu anderen würde die ohnehin starke Verkehrsbelastung mit einem weiteren Standort eines großen Discountern ansteigen.  

Yusuf Karacelik, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE.LISTE Oberhausen, findet diese Kritik berechtigt und erklärt hierzu: „Unsere Fraktion war von Beginn an gegen dieses Vorhaben. Mit der zunehmenden Erweiterung des CentrOs und der Neuansiedlung von Großhandelsketten auf dem Stahlwerksgelände wird ein verhängnisvoller Weg bestritten, von dem nicht nur die Oberhausener Innenstadt, sondern auch die Stadtteilzentren in Sterkrade und Osterfeld betroffen sind. Durch die Ansiedlung von DECATHLON auf dem Stahlwerksgelände wird keine neue Kaufkraft erzeugt werden, vielmehr wird sich die Nachfrage nach Sportartikeln dann auf die Großhandelskette konzentrieren. DECATHLON bietet sehr wohl ein Vollsortiment von unterschiedlichsten Sportartikeln an. Es ist absehbar, dass die Ansiedlung die mittelständische Unternehmerstruktur negativ beeinflussen und mittelfristig die Angebotsstruktur in unserer Stadt gefährden wird.

Zum anderen erneuern wir unsere Forderung nach einem zeitnahen und umfassenden Verkehrsgutachten sowie einem tragfähigen Konzept für die Neue Mitte, dass die Menschen vor steigenden Umweltbelastungen durch mehr Individualverkehr schützt, bevor es zu neuen Unternehmensansiedlungen kommt.“

Verärgert ist Karacelik auch über die offiziellen Verlautbarungen auf der Veranstaltung zur Bürgerbeteiligung: „Es ist für mich völlig unverständlich, wie ein Vertreter des Städteplanungsbüros `Planquadrat` darüber orakeln kann, dass es nicht zu Leer- und Missständen kommen würde. Ebenso kann ich nicht nachvollziehen, wie Frau Lauxen als Mitglied der Grünen diese Pläne für problemlos umsetzbar erklären kann. Vor wenigen Wochen wurde noch öffentlich über Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in den Innenstädten des Ruhrgebiets diskutiert, nun soll eine einzige Bushaltestelle das Problem der Umweltbelastung lösen? Diese Herangehensweise hält unsere Fraktion für fahrlässig und lehnt sie entschieden ab.“