Fachkräftemangel erfordert Ausbildungsoffensive!

„Abenteuerlich, aber auch entlarvend“, mit diesen Worten kommentiert Norbert Müller, Oberbürgermeisterkandidat der Linken, die Ausführungen des Geschäftsführers Kommunikation des Unternehmensverbandes Matthias Heidmeier (WAZ-OB, 9.5.15: Firmen setzen verstärkt auf Rentner). Heidmeier hob den wachsenden Anteil der 65- bis 74-jährigen Rentner als Chance für die Behebung des Fachkräftemangels hervor.

Norbert Müller: „Seit Jahren schon beklagen die Unternehmen den Mangel an Fachkräften. Gleichzeitig bilden nur noch 24 % der ausbildungsfähigen Betriebe aus.  Auch in diesem Jahr haben allein im Arbeitsamtsbezirk Oberhausen/Mülheim wieder mehr als 1000 Jugendliche nach ihrem  Schulabschluss keine Lehrstelle bekommen, gut 2000 verbringen zudem ihre Zeit in Warteschleifen an den Berufskollegs. Wenn der Vertreter des Unternehmensverbandes da die Weiterarbeit von verrenteten Arbeitnehmern bis 74 statt einer Ausbildungsoffensive propagiert, zeugt das von geringer ökonomischer Vernunft und Desinteresse an der Zukunft der Jugend.

Was soll das also?  Der Verdacht liegt da nahe, dass der Unternehmerverband die Forderung nach einer  weiteren Anhebung  des Rentenalters hoffähig machen will. Dass dergleichen nichts anderes als eine weitere empfindliche Kürzung der Rente bedeuten würde, erfährt die überwiegende Zahl von Arbeitnehmern gegenwärtig, wenn sie vor 67 in Rente geht.

 Die Landesregierung ist dringend aufgefordert, die Unternehmen in die Verantwortung zu nehmen und die Forderung des DGB NW nach einer Ausbildungsplatzumlage für nicht ausbildende Betriebe umzusetzen.“