DIE LINKE.LISTE gegen verkaufsoffene Sonntage

Wir dokumentieren die Rede unseres stv. Fraktionsvorsitzenden Martin Goeke anlässlich der Ratssitzung am 25.06.2018:

"Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
meine Damen und Herren,

Natürlich verstehen wir, dass der Handel Umsatz machen möchte. Doch den Kampf gegen Amazon und Zalando werden sie nicht gewinnen, indem sie länger oder sonntags öffnen. Studien zum verkaufsoffenen Sonntag haben auf den fehlenden Mehrwert für den Einzelhandel mehrfach hingewiesen. Die Qualität des Einzelhandels liegt in der Beratung, nicht in der permanenten Erreichbarkeit. Und damit können auch Oberhausener Einzelhändler punkten.

Leidtragende bleiben die Beschäftigten, insbesondere die vielen Arbeitnehmerinnen haben es schwierig, Arbeit und Familienleben in Einklang zu bringen. Der Sonntag ist für Familie, Freizeit, Kultur und Sport da und gehört nicht den Unternehmen.

Da sind wir uns mit den Gewerkschaften und Kirchen einig und stehen an deren Seite und werden auch dieses Jahr gegen die ausgeweiteten Sonntagsöffnungen stimmen.

Aber selbst, wenn sie meiner Argumentation nicht folgen wollen, und für die Öffnung während der Krööskärmes und des Sport- und Kulturfestes stimmen werden, okay geschenkt, schließlich sind das durchaus im Stadtteil verankerte traditionsreiche Veranstaltungen.

Aber dem Antrag des CentrOs dürfen wir als Rat nicht entsprechen. Das was uns das CentrO als Familienfest verkaufen will, ist eine rein kommerzielle Werbeveranstaltung, die nur dazu dienen soll, einen fingierten Anlass zu generieren, um die Geschäfte offen zu halten. Unternehmen wie Sealife, die König-Pilsener-Arena, der ADAC und Sonnenklar TV wollen sich an diesem Tag darstellen, mit welcher Konzeption und wie sie sich in ein Familienfest einfügen, fehlt, dafür wird aber niedergeschrieben, dass es Getränke- und Essensstände geben wird. So ein Glück. Auch von einem Kinderoktoberfest ist die Rede, aber auch hier nimmt man es mit dem Konzept nicht so wichtig, so dass man hier erst einmal was von „noch in Planung“ schreibt. Ist vielleicht auch sicherer, sonst müsse man sich später noch an dem messen lassen, was man vorhatte. Trotzdem will man aber wissen, dass dieses vermeintliche „Fest“ die Massen anziehen wird. Bis zu 45.000 Menschen sollen alleine für das Fest kommen. Ins CentrO selbst würden hingegen angeblich nur 25.000 Kauflustige gehen. Wer’s glaubt. Aber natürlich, diese Prognose muss nach den Vorschriften genauso aussehen, damit überhaupt ein Anlass für die Sonntagsöffnung gegeben ist. Also, meine Damen und Herren, wir sollten uns hier nicht von schlampigen Anträgen des CentrOs vorführen lassen und gemeinsam diese letzte Vorlage ablehnen und das CentrO nacharbeiten lassen. Vielleicht kommt am Ende dann ja wirklich mal ein Familienfest heraus, das seinen Namen auch verdient."