Armut in Oberhausen: Zahl der Arbeitslosen und Überschuldeten steigt

Während Stadtspitze und die neoliberalen Parteien keine Gelegenheit auslassen, darüber zu schwadronieren, wie sehr sich Oberhausen im Aufschwung, sprechen Fakten eine anderen Sprache.

Die Arbeitslosigkeit steigt an, wie selbst der Chef der Oberhausener Arbeitsagentur, Jürgen Koch, einräumen musste.

Dazu kommt ein steigender Bedarf an Schulden- und Insolvenzberatung. Oberhausen liegt mit 15,2 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 10 Prozent von Einwohner*innen, die ihre Schulden dauerhaft nicht bezahlen können. In der Stadtmitte sind es laut Creditreform gar 22,5 Prozent. Dabei kommen auf 100.000 erwachsene Einwohner*innen statistisch nur 2,3 Berater*innen, die dem Bedarf natürlich nicht gerecht werden können. Diese Zahlen sind dem ersten gemeinsamen Schuldnerberatungsbericht von Caritas, Diakonie und Verbraucherzentrale zu entnehmen. Alle drei Träger sind in Oberhausen in der Schuldner- und Insolvenzberatung tätig.

„Zahlreiche Menschen in Oberhausen befinden sich in sozialer Not. Dies zeigt der Schuldnerberatungsbericht ganz deutlich. Während Stadtspitze und Arbeitsagentur mit Allgemeinplätzen glänzen, sind echte Lösungen gefragt. Verschuldung hat immer auch einen gesellschaftlichen Zusammenhang wie der Verlust des Arbeitsplatzes oder steigender Mieten.

Ständige Geldsorgen führen häufig zu starker psychischer Belastung und können Menschen buchstäblich krank machen. Daher unterstützen wir die Forderung der Sozialverbände Caritas, Diakonie und Verbraucherzentrale, Schulden- und Insolvenzberatung aus einer Hand von der Landesregierung finanzieren zu lassen und für eine Aufstockung der Stellen zu streiten. Bis dahin muss die Stadt ausreichend Geld in die Hand nehmen und die Versorgung durch Beratungsstellen sicherstellen, damit sich die Situation  nicht weiter verschlechtert. Wir wollen erreichen, dass dadurch mehr Betroffene mit kontinuierlicher professioneller Beratung ihre Schulden loswerden und neue Lebensperspektiven gewinnen können.“, erklärt Heike Hansen, Bezirksvertreterin für Alt-Oberhausen und Mitglied im Sozialausschuss für DIE LINKE.LISTE.