DIE LINKE.LISTE bemängelt Qualitätsverlust durch Lehrermangel

Zum Start in das neue Schuljahr bleiben 89 Lehrerstellen an Oberhausener Schulen unbesetzt. Nur die Hälfte der 182 freien Stellen konnte vergeben werden. Vor allem die 30 Grundschulen sind betroffen: Nur 31 Lehrinnen und Lehrer sind eingestellt worden, obwohl insgesamt 82 benötigt werden. Aber auch für die weiterführenden Schulen gestalten sich durch den Lehrermangel erhebliche Probleme. An der Friedrich-Ebert-Realschule wird es z.B. in Klasse 10 keinen Sportunterricht geben können, ebenfalls gibt es Kürzungen in den Fächern Musik oder Geschichte.

Für DIE LINKE.LISTE Fraktion im Oberhausener Stadtrat ist das allerdings nur die Spitze des Eisberges: „Die Entwicklung ist noch viel dramatischer, als es die nackten Zahlen darstellen. Zu den 89 unbesetzten Stellen kommt eine Vielzahl von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern, die die offenen Stellen besetzen. Diese Kolleginnen und Kollegen werden oft einfach ins kalte Wasser geworfen. Ihnen fehlt die nötige pädagogische Ausbildung und aufgrund des desolaten Personalmangels bleibt keine Zeit, diese Lehrkräfte ausreichend auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Somit entsteht eine extrem stressige Ausgangssituation für die Lehrkräfte, wie die Schülerschaft.“, bemängelt Stadtverordneter Lühr Koch.

„Jahrzehntelange Versäumnisse in der Bildungspolitik sorgen heute dafür, dass der Lehrermangel zu einem landesweiten Problem geworden ist. Deshalb ist es dringend notwendig, dass Schüler, Lehrer und Eltern geschlossen Druck auf NRW ausüben. SPD, CDU, GRÜNE und FDP müssen sich ihrer Verantwortung stellen. Die Ursachen des Lehrermangels sind komplex und seit langer Zeit bekannt, das Einsetzen von Quereinsteigern sowie die Kürzung von Stundenplänen ist auf Dauer keine Lösung.“, so Koch weiter.

Besonders die negative Personalentwicklung an den Grundschulen stuft DIE LINKE.LISTE als höchst problematisch ein. Die Grundschule bildet den Einstieg der Bildung, die für den weiteren Weg der Kinder als wegweisend gilt. Außerdem sind die pädagogischen Aufgaben in der Primarstufe besonders hoch, sodass eine entsprechende Berufsausbildung unabdingbar ist und nicht durch Quereinsteiger ersetzt werden kann.