Grußwort an die heutige Veranstaltung in Gedenken an die tamilischen Freiheitskämpfer*innen in der Oberhausener Turbinenhalle

Verehrte Anwesende,

Liebe Freundinnen und Freunde,

vielen Dank für die Einladung zu dieser wichtigen Gedenkveranstaltung. Wir gedenken heute den gefallenen Freiheitskämpferinnen und Freiheitskämpfern von Tamil Eelam, die im über 30jährigen Befreiungskampf ums Leben gekommen sind.

Sie sind gestorben, weil sie für eine bessere, eine humanere und freie Gesellschaft gekämpft haben. Die auch hierzulande kriminalisierte LTTE hat viele Jahre für die Überwindung des Feudalismus, des Kastensystems und die rassistische Diskriminierung durch das sri-lankische Regime gekämpft. Das Ziel war ein unabhängiges sozialistisches Tamil Eelam, in dem alle Menschen gleichberechtigt sind.

Wenn wir den gefallenen Kämpferinnen und Kämpfern gedenken, so gedenken wir auch den sozialen Errungenschaften Tamil Eelams, einem fast vollendeten Staat, in dem die sozialen Klassen abgeschafft und die Unterdrückung aufgrund des Geschlechts der Vergangenheit angehören sollte.

Diese Errungenschaften dürfen niemals vergessen werden. Sie müssen im Gegenteil aufgeschrieben und weiterverbreitet werden und damit in den Erfahrungsschatz der globalen Linken Kräfte übergehen. Auch so können wir den Gefallenen gedenken.

Die Gegenseite, das sri-lankische Regime und die imperialistischen Kräfte inklusive dieser Bundesregierung, tun alles dafür, um die revolutionären Erfahrungen vergessen zu machen, indem sie vermeintliche LTTE-Mitglieder verfolgen und einsperren oder die LTTE als Terrororganisation deklarieren.

Das dürfen wir nicht akzeptieren und müssen Widerstand gegen diese Form der Diffamierung leisten, indem wir der Weltöffentlichkeit die Wahrheit über die Geschichte Tamil Eelams und des sri-lankischen Systems erzählen.

Denn während auch heute  - 10 Jahre nach dem Genozid und Kriegsende – kaum jemand hierzulande etwas über die Geschehnisse weiß, sitzen die Verantwortlichen weiter in den Führungseliten. Mit Gotabaya Rajapaksa ist nun ein weiterer Faschist an der Macht, der direkt an den Kriegsverbrechen beteiligt war. Das kann gar nicht oft genug wiederholt werden.

Weiterhin werden zehntausende Menschen vermisst und die Regierung versucht zu vertuschen, was passiert ist. Die Zahl der politischen Gefangenen ist unbekannt, jeder Einzelne ist einer zuviel.

Unsere Partei und unsere Ratsfraktion, DIE LINKE.LISTE sind solidarisch mit den Angehörigen der Vermissten auf Sri-Lanka, die seit über 1000 Tagen mit Protesten und Aktionen des zivilen Ungehorsams gegen das Regime protestieren.

Lasst uns auch hier noch lauter werden und gemeinsam den Druck auf das Regime auf Sri Lanka erhöhen!

Auch damit ehren wir die gefallen Freiheitskämpferinnen und –Kämpfer und ihr Vermächtnis.

Gemeinsam mit euch fordern wir das Ende der Straffreiheit für die Kriegsverbrecher, die Freilassung aller politischen Gefangenen und das Selbstbestimmungsrecht der tamilischen Bevölkerung!

Es lebe die internationale Solidarität! Es lebe Tamil Eelam!